Samstag, 14. November 2009

Schweinegrippe: Ausbreitung

Was wissen Sie über die Schweinegrippe? Wie kann man sich schützen? Lernen Sie mehr über die Grundlagen und testen Sie Ihr Wissen im Quiz!

  • Schweinegrippe-E-Learning

(Stand: 12. November 2009)

Die weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe ist nicht mehr aufzuhalten: Rund um den Globus haben sich bereits mindestens 482.300 Personen infiziert. Mehr als 6.071 von ihnen sind an der Schweinegrippe gestorben. In den europäischen Ländern wurden bis jetzt insgesamt über 78.000 Fälle gemeldet. Ausgangspunkt der weltweiten Schweinegrippe scheint Mexiko gewesen zu sein.

In Deutschland sind beziehungsweise waren bisher 40.271 Personen an Schweinegrippe erkrankt. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Fälle, bei denen das Virus im Labor nachgewiesen wurde. Auch Erkrankungen, bei denen es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich um die Schweinegrippe handelt – zum Beispiel nach Kontakt mit einem Infizierten – zählen dazu. Bisher hat die Schweinegrippe in Deutschland 13 Todesopfer gefordert.

Viele der Erkrankten haben sich im Urlaub angesteckt. Aber auch innerhalb des Landes infizieren sich immer mehr Menschen (sog. autochthone Infektion). Bislang sind die meisten Erkrankungen jedoch mild verlaufen. Aufgrund der derzeit steigenden Anzahl von Fällen ist jedoch davon auszugehen, dass auch die Anzahl der Fälle mit schwerem Verlauf zunehmen wird.

Richtiges Hygieneverhalten kann schützen

Hygiene spielt eine wichtige Rolle, um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen. So kann zum Beispiel richtiges und regelmäßiges Händewaschen das Risiko einer Ansteckung mit der Neuen Grippe senken. Aus diesem Grund plant die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), an Schulen mit speziell für Kinder und Jugendliche entwickelten Plakaten, Aufklebern und Faltblättern über richtiges Hygieneverhalten aufzuklären. Die Materialien informieren in Wort und Bild über die richtige Händehygiene, richtiges Husten, Niesen und Naseputzen und können im Unterricht eingesetzt oder im Schulgebäude ausgehängt werden.

Man sieht ein kleines Mädchen mit Zöpfen und einem rosa Schulranzen.

Dass Anniesen und Anhusten tabu sein sollten, erklärt sich von selbst. Am besten niest oder hustet man in den Ärmel, anstatt sich die Hand vor den Mund zu halten. Die Waschräume der Schulen sind mit ausreichend Handwaschmitteln zu versehen. Einmalhandtücher aus Papier sind Stoffhandtüchern hier vorzuziehen. Falls an Schulen noch Stoffhandtücher eingesetzt werden, müssen diese häufig gewechselt und gereinigt werden. Zeigt ein Kind grippeähnliche Symptome, sollten die Eltern es vorsichtshalber ein paar Tage aus der Schule nehmen.

Einfache Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen sind Experten zufolge die beste Methode, einer Ansteckung vorzubeugen. In der Schule sollte für alle Fälle auch auf bestimmte Begrüßungsrituale verzichtet werden, wie Händeschütteln, Begrüßungsküsschen und Umarmungen. Gleiches gilt für gemeinsames Trinken aus einem Gefäß.

Deutschland im Überblick

Um einen Überblick zu erhalten, haben wir auf dieser Seite zusammengestellt, welche Bundesländer bisher betroffen sind, das heißt wo der Schweinegrippe-Virus-Subtyp A H1N1 bisher beim Menschen nachgewiesen werden konnte. Die angegebenen Zahlen repräsentieren alle bisher aufgetretenden Fälle im jeweiligen Bundesland seit Beginn der Erfassung. Daher ist ein Großteil der Infizierten mittlerweile wieder gesund.

Bundesland Bestätigte Fälle Gemeldete Fälle KW 44 Todesfälle
Baden-Würtemberg 5.395 927 2
Bayern 12.590 4.560 4
Berlin 1.050 146 1
Brandenburg 630 57 0
Bremen 368 55 0
Hamburg 918 134 0
Hessen 1.457 139 1
Mecklenburg-Vorpommern 430 71 0
Niedersachsen 3.938 531 0
Nordrhein-Westfalen 8.468 737 3
Rheinland-Pfalz 1.691 135 1
Saarland 365 24 1
Sachsen 700 81 0
Sachsen-Anhalt 626 80 0
Schleswig-Holstein 804 62 0
Thüringen 841 83 0
gesamt 40.271 7.822 13

Berichten zufolge stehen wirksame Medikamente (Oseltamivir und Zanamivir) zur Verfügung, sodass beim Auftreten von Symptomen oder dem Verdacht einer Infektion eine Therapie eingeleitet werden kann.

Ein Arzt erklärt etwas am Computer

Auch in Deutschland muss mit weiteren Erkrankungen gerechnet werden. Erste Impfstoffe für eine Schweinegrippe-Impfung stehen seit Ende Oktober 2009 zur Verfügung. Zuallererst sollen etwa 25 Millionen Menschen aus Risikogruppen geimpft werden, zu denen zum Beispiel chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal sowie Feuerwehr und Polizei gehören. Für die Schweinegrippe-Impfung müssen Krankenversicherte nichts extra zahlen.

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