Samstag, 14. November 2009

Schweinegrippe-Impfung

Die Schweinegrippe (Neue Influenza A/H1N1) hat sich seit ihrem erstmaligen Auftreten im April 2009 weltweit verbreitet und zu einer Pandemie entwickelt. Die Zahl der Erkrankungen steigt nicht mehr so stark wie noch vor einigen Wochen. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es mit Beginn der Grippesaison 2009/2010 zu einem erneuten Anstieg der Krankheitsfälle kommt.

Das Schweinegrippe-Virus ist ansteckender als die klassische Grippe (sog. saisonale Grippe, "Wintergrippe"). Zwar verläuft die Mehrheit der Schweinegrippe-Fälle in Deutschland bisher eher mild, Experten befürchten jedoch, dass sich dies im Winter ändern könnte und die Zahl schwerer Fälle steigt. Bereits durch die saisonale Grippe sterben jedes Jahr 8.000 bis 11.000 Menschen in Deutschland; meist trifft es Ältere, die zum Zeitpunkt der Infektion bereits eine andere Erkrankung hatten.

Impfung

Eine Schweinegrippe-Impfung kann vor einer Infektion schützen. Um eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern und dadurch die Zahl der Krankheitsfälle so gering wie möglich zu halten, wurde deshalb ein Impfstoff entwickelt, der ab dem 26. Oktober 2009 unter den Namen Pandemrix, Focetria und Celvapan zur Verfügung stehen soll. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts in Berlin hat sich Anfang Oktober für eine Impfempfehlung ausgesprochen. Sie stimmt damit der Empfehlung der WHO (World Health Organization) zu. Diese freiwillige Schutzimpfung soll jedem möglich sein, wobei bestimmte Risikogruppen vorrangig zu impfen sind. Wie bei jeder anderen Impfung sind jedoch für jeden Menschen individuell Nutzen und Risiko einer Schweinegrippe-Impfung gegeneinander abzuwägen.

Die Schweinegrippe lässt sich mit den Wirkstoffen Oseltamivir und Zanamivir behandeln. Seit Juni 2009 berichten jedoch einige Länder über vereinzelte Fälle, bei denen Oseltamivir nicht mehr wirkt, weil sich eine Resistenz entwickelt hat. Auch aus dieser Sicht gewinnt die Schweinegrippe-Impfung möglicherweise an Bedeutung.

Die STIKO wird in den kommenden Monaten fortlaufend Daten zur Wirkung des Schweinegrippe-Impfstoffs prüfen und ihre Impfempfehlung falls notwendig auch anpassen.

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